Zusammenhänge

Letztens war es wieder soweit: Zeit, um auf der Matte zu liegen für meine Feldenkrais- Übungen.

Feldenkrais?
Ja, eine therapeutische Methode, um den Körper mit sanften, langsamen Bewegungen wieder auf die Reihe zu kriegen, wenn du körperliche Beschwerden hast.

Das bedeutete für mich: auf der Matte liegen und über bewusste Entspannung einfach spüren, wie mein Körper da auf der Matte liegt und welche Punkte Kontakt mit der Unterlage haben. Soweit ist es noch okay. .

Aber ach, wie kompliziert wird es auf einmal, als ich den Auftrag bekomme, auf dem Bauch zu liegen, die Arme über meinem Kopf auszustrecken, meine Zehen in die Matte zu krallen und meine Füße nach rechts zu bewegen… Wie, was jetzt? Im ersten Moment passierte überhaupt nichts. Es ging nicht. Wieso geht das nicht? Das gibt’s nicht! Also nochmal probiert. Und, siehe da – es kommt Bewegung! Erst die Füße, dann das Knie, und einen Moment später auch in die Hüfte.

 

Uns nun das Ganze nach links. Wieder passiert nichts. Sogar nach mehreren Versuchen nicht. Wie ist das möglich? Frustration kommt auf. Der Kopf will es erzwingen, die Bewegung, die rechts so einfach erschien, auch links hinzukriegen. Ohne Erfolg…

 

So, soweit die Geschichte, doch was will ich damit sagen?

 

Alles hängt mit Allem zusammen.

Genau so, wie dein Körper durch Knochen, Muskeln und Gewebe zusammengehalten wird. Jede Bewegung, die du machst, hat eine Reaktion in deinem Körper zur Folge. In meinem Fall da auf der Matte: Erst nur bis zu meinem Knöchel. Dann weiter über das Knie bis zur Hüfte. Und schließlich über die Wirbelsäule bis hin zum Kopf. Unterwegs stoße ich auf Blockaden, die Stück für Stück durch die sanften Bewegungen aufgehoben werden.

Wie oft bewegen wir uns, ohne nachzudenken? Und haben wir eigentlich keine Ahnung, wie es wirklich funktioniert. Ich überwiegend. Außer, wenn ich auf der Matte liege. Wenn ich gewissermaßen gezwungen werde, alltägliche Bewegungen ganz langsam und bewusst auszuführen, dann erschienen die einfachsten Sachen plötzlich schwierig und kompliziert.

Wie kommt das?

Zum ersten, weil du auf einmal bewusst und aufmerksam bist. Das fühlt sich sehr ungewohnt an. Zum zweiten, weil du jede einzelne Bewegung ganz langsam, Schritt für Schritt, aufbaust. Auch das ist ungewohnt und fühlt sich sehr komisch an.
Und erst dann, und nur auf diese Weise, spürst du, wie alles zusammenhängt. Manchmal ist es so überraschend, dass es beinah wie ein Wunder erscheint.

Und die wundervollste Entdeckung: Dass es meistens dann schiefgeht, wenn sich der Kopf in die Sache reinhängt. Der denkt nämlich, alles zu wissen, und will die Sache mal eben regeln. Und gerade dann geht nichts mehr. Für mich war dies eine sehr aufschlussreiche Erfahrung.

Denn dann spürst du sehr deutlich, dass deine Gedanken sofort Einfluss auf den Verlauf haben. Je mehr
du versuchst, dafür zu sorgen, dass es klappt, desto weniger kommst du in Bewegung und umso mehr blockierst du. Erst wenn du deinem Körper und deinem Geist die Bewegung Stück für Stück anbietest und ein Bild dabei hast, wie es aussehen soll – siehe da, auf einmal klappt’s.

Es ist eine Tatsache, dass tief eingeschliffene Verhaltens- und Bewegungsmuster nur schwer zu ändern sind. Ich bewege mich schon viele Jahre auf eine bestimmte Art und Weise. Da dies nun für Beschwerden sorgt, ist es Zeit, das zu ändern. Nun wird sich mein Körper darüber bewusst (und damit auch mein Geist), dass er viel mehr kann und er im Stande ist, viele andere, freiere Bewegungen zu machen. Es ist echt toll, nach einiger Zeit zu spüren, dass man anders steht und die Schmerzen weg sind.

lichaamshouding

In einem anderen Blog schreibe ich über die Kraft von Gedanken und welchen Einfluss sie auf unseren Körper haben. Mir tut es jedenfalls gut, dies immer wieder am eigenen Leib zu spüren, so dass sich dieses Wissen in mir verankern kann.

Und genau das nutze ich auch, wenn ich mit Hunden arbeite. Das ist die Basis meiner Methode. Da ich weiß, wie es sich anfühlt und welche Auswirkungen es hat, kann ich einen Hund gut in diesem Prozess begleiten.

Z.B. wenn ein Hund gewohnt ist, immer zu rennen und zu springen und nur von seinem Kopf aus handelt, kann ich am Anfang nur wenig damit anfangen. Bis ich ihm dann andere Bewegungen anbiete, z.B. um Kurven zu machen anstelle geradeaus zu laufen, oder über verschiedene Oberflächen zu laufen, dazu bestimmte Körperberührungen. Auf einmal sieht man, wie sich die Körperhaltung und das Verhalten ändern: die Muskeln werden weicher, da sie sich entspannen, und der Hund nimmt Information viel leichter auf.

Genauso geht es bei uns Menschen.

 

Fazit:

 

  • Schau mal bewusst nach, wie du dich täglich bewegst. Welches Gefühl bringt das?
  • Sieh es als eine Entdeckungsreise und tue es einmal bewusst anders.
    • B. steige mit dem anderen Bein aus dem Bett,
    • Drehe dein Morgenritual um,
    • Oder hüpfe anstelle von zu laufen.

 

Fühlt es sich ungewohnt und blöd an? Dann ist es genau richtig! Nun fühlt dein Körper, dass auch dies zu seinen Möglichkeiten gehört.

 

Und damit öffnest du neue Wege…

 

 

 

 

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